Der Meldebestand ist die Lagermenge, bei der Sie nachbestellen müssen, damit die Ware rechtzeitig ankommt. Ist er zu niedrig, droht ein Engpass. Ist er zu hoch, binden Sie unnötig Geld im Lager.
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Meldebestand berechnen: die Formel
Meldebestand = durchschnittlicher Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand
Die Wiederbeschaffungszeit umfasst alles von der Bestellung bis zur Einlagerung: interne Freigabe, Lieferzeit des Lieferanten, Transport und Wareneingangsprüfung. Wer nur die Lieferzeit aus dem Katalog nimmt, bestellt regelmäßig zu spät.
Den Sicherheitsbestand festlegen
Der Sicherheitsbestand fängt Schwankungen auf, etwa wenn der Verbrauch steigt oder der Lieferant sich verspätet. Die einfachste Methode rechnet in Tagen:
Sicherheitsbestand = Tagesverbrauch × Sicherheitstage
Wie viele Tage Puffer sinnvoll sind, hängt davon ab, wie zuverlässig Ihr Lieferant ist und was ein Engpass kostet. Bei einem Artikel, ohne den die Produktion stillsteht, lohnt ein größerer Puffer als bei Verbrauchsmaterial fürs Büro. Statistische Verfahren, die Schwankungen über die Standardabweichung einbeziehen, sind genauer, aber für die meisten kleinen Betriebe nicht nötig.
Beispiel
Ein Onlinehändler verkauft im Schnitt 40 Trinkflaschen pro Tag. Vom Lieferanten bis ins eigene Lager vergehen 12 Tage. Als Puffer plant er 4 Tage ein.
Sicherheitsbestand = 40 × 4 = 160 Stück
Meldebestand = 40 × 12 + 160 = 640 Stück
Sinkt der Bestand auf 640 Flaschen, löst er die Bestellung aus. Bei aktuell 1.500 Stück ist das in gut drei Wochen der Fall.
Meldebestand, Mindestbestand und Höchstbestand
| Bestand | Bedeutung |
|---|---|
| Mindestbestand (eiserner Bestand) | Darf nur im Notfall angegriffen werden, entspricht meist dem Sicherheitsbestand. |
| Meldebestand | Bei Erreichen wird bestellt. |
| Höchstbestand | Mehr soll nicht im Lager liegen, etwa wegen Platz, Haltbarkeit oder Kapitalbindung. |
Wann der Meldebestand nicht passt
Das Bestellpunktverfahren funktioniert gut bei gleichmäßigem Verbrauch. Bei stark saisonaler Ware, Aktionen oder Artikeln mit sehr seltener Nachfrage führt ein fester Meldebestand zu Fehlbeständen oder Ladenhütern. Dort sind Bestellungen nach Plan oder Prognose sinnvoller. Passen Sie den Meldebestand außerdem an, wenn sich Verbrauch oder Lieferzeiten dauerhaft ändern.
Meldebestand und Liquidität
Jeder Artikel im Lager ist gebundenes Geld. Ein überhöhter Sicherheitsbestand über viele Artikel hinweg kann schnell fünfstellige Beträge binden, die für Wachstum fehlen. Ein sauber berechneter Meldebestand ist deshalb nicht nur Lagerlogistik, sondern auch Liquiditätsplanung.
Praxistipp
Hinterlegen Sie den Meldebestand im Warenwirtschaftssystem und lassen Sie sich automatisch benachrichtigen. Prüfen Sie die Werte für Ihre 20 wichtigsten Artikel einmal im Quartal.



