Liquidität ist die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Ein Unternehmen kann profitabel sein und trotzdem insolvent werden, wenn das Geld zum falschen Zeitpunkt fehlt. Die Liquiditätsgrade zeigen, wie gut kurzfristige Schulden gedeckt sind.
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Was ist Liquidität?
Im engeren Sinn bezeichnet Liquidität die verfügbaren Zahlungsmittel. Betriebswirtschaftlich ist damit meist die Zahlungsfähigkeit gemeint: das Verhältnis von kurzfristig verfügbaren Mitteln zu kurzfristigen Verpflichtungen. Dauerhafte Zahlungsunfähigkeit ist ein Insolvenzgrund. Deshalb ist die Liquidität wichtiger als der Gewinn, wenn es ums Überleben geht.
Liquidität berechnen: die drei Liquiditätsgrade
Liquidität 1. Grades (Barliquidität) = liquide Mittel ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten × 100
Liquidität 2. Grades (Quick Ratio) = (liquide Mittel + kurzfristige Forderungen) ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten × 100
Liquidität 3. Grades (Current Ratio) = Umlaufvermögen ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten × 100
Richtwerte
| Kennzahl | übliche Orientierung |
|---|---|
| Liquidität 1. Grades | 10 bis 30 % |
| Liquidität 2. Grades | mindestens 100 % |
| Liquidität 3. Grades | 120 bis 200 % |
Eine sehr hohe Liquidität 1. Grades ist kein Ideal: Zu viel Geld auf dem Konto bringt kaum Ertrag und fehlt für Investitionen.
Beispiel
| Liquidität 1. Grades | 60.000 € ÷ 200.000 € = 30 % |
| Liquidität 2. Grades | 200.000 € ÷ 200.000 € = 100 % |
| Liquidität 3. Grades | 320.000 € ÷ 200.000 € = 160 % |
Grenzen der Liquiditätsgrade
Die Kennzahlen sind eine Momentaufnahme zum Bilanzstichtag. Sie sagen nichts darüber, wann genau Zahlungen fällig werden oder ob Forderungen tatsächlich eingehen. Für die Steuerung im Alltag brauchen Sie deshalb einen rollierenden Liquiditätsplan, in dem Sie Ein- und Auszahlungen für die nächsten 13 Wochen oder 12 Monate planen.
Liquidität verbessern
- Rechnungen sofort stellen und ein konsequentes Mahnwesen einführen.
- Anzahlungen und Abschlagsrechnungen vereinbaren.
- Zahlungsziele bei Lieferanten verhandeln, Skonto nur nutzen, wenn es sich lohnt.
- Lagerbestände reduzieren.
- Forderungen verkaufen (Factoring) oder eine Kontokorrentlinie als Puffer vereinbaren.
Praxistipp
Stellen Sie Rechnungen am Tag der Leistung, nicht gesammelt am Monatsende. Das allein verkürzt die Zeit bis zum Zahlungseingang oft um ein bis zwei Wochen.
Titelbild: Hook Tell / Pexels



