Die Eigenkapitalquote zeigt, welcher Anteil des Vermögens mit eigenen Mitteln finanziert ist. Sie ist ein zentrales Kriterium für Banken beim Rating und ein Puffer für schwierige Zeiten. Wer wachsen will, braucht eine solide Eigenkapitalbasis.
Alle Beträge netto. Die Berechnung erfolgt direkt in Ihrem Browser, es werden keine Daten gespeichert.
Eigenkapitalquote berechnen: die Formel
Eigenkapitalquote = Eigenkapital ÷ Gesamtkapital (Bilanzsumme) × 100
Eigenkapital = Vermögen − Schulden = Bilanzsumme − Fremdkapital
Das Eigenkapital finden Sie auf der Passivseite der Bilanz. Bei einer GmbH gehören dazu das gezeichnete Kapital, die Kapital- und Gewinnrücklagen sowie der Gewinn- oder Verlustvortrag und der Jahresüberschuss.
Beispiel
Ein Handwerksbetrieb hat eine Bilanzsumme von 1,3 Mio. €. Davon sind 400.000 € Eigenkapital und 900.000 € Fremdkapital (Bankkredite, Lieferantenverbindlichkeiten, Rückstellungen).
| Eigenkapitalquote | 400.000 € ÷ 1.300.000 € = 30,8 % |
| Verschuldungsgrad | 900.000 € ÷ 400.000 € = 2,25 |
Welche Eigenkapitalquote ist gut?
Eine allgemeingültige Grenze gibt es nicht. Als grobe Orientierung gilt:
- unter 10 %: kritisch, wenig Spielraum bei Verlusten, schwieriger Zugang zu Krediten
- 10 bis 20 %: ausbaufähig
- 20 bis 30 %: solide
- über 30 %: gut, im Mittelstand ungefähr der Durchschnitt der letzten Jahre
Branchen unterscheiden sich stark. Handel und Bau arbeiten oft mit niedrigeren Quoten, anlageintensive Industrie und Dienstleister mit wenig Vermögen haben teils deutlich höhere.
Ist eine hohe Eigenkapitalquote immer besser?
Nicht unbedingt. Eigenkapital ist teurer als Fremdkapital, weil die Eigentümer eine höhere Rendite erwarten als die Bank. Solange die Gesamtkapitalrendite über dem Kreditzins liegt, steigert zusätzliches Fremdkapital die Eigenkapitalrendite (Leverage-Effekt). Das Risiko steigt allerdings mit. Die richtige Quote ist ein Kompromiss zwischen Rendite und Sicherheit.
Eigenkapitalquote erhöhen
- Gewinne thesaurieren statt ausschütten.
- Bilanzsumme verkürzen: Lager abbauen, Forderungen schneller einziehen, Überschussliquidität zur Tilgung nutzen.
- Factoring oder Leasing nutzen, um Vermögen aus der Bilanz zu nehmen. Siehe Was ist Factoring?
- Mezzanine-Kapital oder Gesellschafterdarlehen mit Rangrücktritt, die Banken als wirtschaftliches Eigenkapital werten.
- Neue Gesellschafter aufnehmen oder eine Kapitalerhöhung durchführen.
Praxistipp
Fragen Sie Ihre Bank, wie sie Gesellschafterdarlehen behandelt. Mit einem qualifizierten Rangrücktritt werten viele Banken sie als wirtschaftliches Eigenkapital. Das kann das Rating verbessern, ohne dass frisches Geld fließt.
Titelbild: Chengxin Zhao / Pexels



