Gewinn ist eine Meinung, Cash ist eine Tatsache. Der Cashflow zeigt, wie viel Geld ein Unternehmen tatsächlich aus eigener Kraft erwirtschaftet. Gerade in Wachstumsphasen ist er oft deutlich niedriger als der Gewinn, weil Vorräte, Forderungen und Investitionen Geld binden.
Alle Beträge netto. Die Berechnung erfolgt direkt in Ihrem Browser, es werden keine Daten gespeichert.
Was ist der Cashflow?
Der Cashflow ist der Überschuss der Einzahlungen über die Auszahlungen in einer Periode. Er unterscheidet sich vom Gewinn, weil die Gewinn- und Verlustrechnung auch Aufwendungen und Erträge enthält, die kein Geld bewegen, zum Beispiel Abschreibungen oder Rückstellungen. Umgekehrt fließt Geld ab, ohne dass ein Aufwand entsteht, etwa wenn Sie Ware auf Lager nehmen oder eine Maschine kaufen.
Cashflow berechnen: indirekte Methode
In der Praxis wird der Cashflow meist indirekt aus dem Jahresabschluss abgeleitet:
Cashflow (vereinfacht) = Jahresüberschuss + Abschreibungen + Zunahme langfristiger Rückstellungen
Operativer Cashflow = Cashflow − Zunahme Working Capital (bzw. + Abnahme)
Free Cashflow = operativer Cashflow − Investitionen + Erlöse aus Anlagenverkäufen
Das Working Capital ist vereinfacht die Summe aus Vorräten und Forderungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Steigt es, ist mehr Geld im Umlauf gebunden und der Cashflow sinkt.
Direkte Methode
Bei der direkten Methode ziehen Sie von allen zahlungswirksamen Einzahlungen (Kundenzahlungen, Zinserträge) alle zahlungswirksamen Auszahlungen ab (Lieferanten, Löhne, Miete, Steuern). Das ist anschaulicher, setzt aber eine genaue Erfassung der Zahlungsströme voraus. Für eine monatliche Liquiditätsplanung ist sie trotzdem der bessere Weg.
Rechenbeispiel
| Jahresüberschuss | 90.000 € |
| + Abschreibungen | 45.000 € |
| + Zunahme langfristiger Rückstellungen | 5.000 € |
| = Cashflow | 140.000 € |
| − Zunahme Working Capital | 30.000 € |
| = Operativer Cashflow | 110.000 € |
| − Investitionen | 40.000 € |
| = Free Cashflow | 70.000 € |
Die 70.000 € stehen für Tilgung, Ausschüttungen oder weiteres Wachstum zur Verfügung.
Warum Wachstum den Cashflow belastet
Wächst der Umsatz um 30 %, wachsen meist auch Lager und Forderungen um 30 %. Dieses zusätzliche Working Capital müssen Sie vorfinanzieren, lange bevor die Kunden zahlen. Viele profitable Unternehmen geraten so in Liquiditätsengpässe. Stellschrauben sind kürzere Zahlungsziele, Anzahlungen, ein konsequentes Mahnwesen, Factoring und ein schlankeres Lager.
Kennzahlen rund um den Cashflow
- Cashflow-Marge = operativer Cashflow ÷ Umsatz × 100
- Dynamischer Verschuldungsgrad = (Fremdkapital − liquide Mittel) ÷ Cashflow, also in wie vielen Jahren die Schulden aus dem Cashflow getilgt werden könnten. Banken sehen Werte unter etwa 3,5 Jahren gern.
- Innenfinanzierungsgrad = Cashflow ÷ Investitionen × 100
Praxistipp
Schauen Sie jeden Montag auf drei Zahlen: Kontostand, offene Forderungen und fällige Verbindlichkeiten der nächsten vier Wochen. Fünf Minuten pro Woche reichen, um Engpässe frühzeitig zu sehen.
Titelbild: Mikhail Nilov / Pexels



