EBIT und EBITDA sind die bekanntesten Kennzahlen für das operative Ergebnis eines Unternehmens. Sie blenden Finanzierung und Steuern aus und machen Unternehmen dadurch vergleichbar, etwa bei Bankgesprächen, Unternehmensbewertungen oder dem Vergleich mit Wettbewerbern.
Alle Beträge netto. Die Berechnung erfolgt direkt in Ihrem Browser, es werden keine Daten gespeichert.
Was ist EBIT?
EBIT steht für Earnings Before Interest and Taxes, also das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Es zeigt, was das Kerngeschäft verdient, unabhängig davon, ob das Unternehmen mit Eigen- oder Fremdkapital finanziert ist und in welchem Land es Steuern zahlt. Im deutschen Sprachgebrauch entspricht das EBIT weitgehend dem Betriebsergebnis.
Was ist EBITDA?
EBITDA bedeutet Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization: Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Da Abschreibungen kein Geld kosten, liegt das EBITDA näher am operativen Cashflow. Es wird häufig für Unternehmensbewertungen genutzt, etwa als Multiplikator (Unternehmenswert = EBITDA × Branchenfaktor).
EBIT und EBITDA berechnen
EBIT = Jahresüberschuss + Steuern + Zinsaufwand − Zinserträge
EBITDA = EBIT + Abschreibungen
EBIT-Marge = EBIT ÷ Umsatz × 100
Alternativ rechnen Sie von oben: Umsatz − Materialaufwand − Personalaufwand − sonstige betriebliche Aufwendungen + sonstige betriebliche Erträge = EBITDA. Ziehen Sie davon die Abschreibungen ab, erhalten Sie das EBIT.
Rechenbeispiel
| Jahresüberschuss | 120.000 € |
| + Steuern | 50.000 € |
| + Zinsergebnis | 30.000 € |
| = EBIT | 200.000 € (EBIT-Marge 10 %) |
| + Abschreibungen | 80.000 € |
| = EBITDA | 280.000 € (EBITDA-Marge 14 %) |
EBIT oder EBITDA: Welche Kennzahl wann?
- EBIT eignet sich für anlageintensive Branchen, weil die Abschreibungen echte wirtschaftliche Kosten abbilden: Maschinen müssen irgendwann ersetzt werden.
- EBITDA eignet sich, um Unternehmen mit sehr unterschiedlicher Investitionshistorie zu vergleichen, und als Näherung für die Schuldendienstfähigkeit.
Vorsicht: Ein hohes EBITDA kann über hohe Investitionsbedarfe hinwegtäuschen. Schauen Sie deshalb immer auch auf den Free Cashflow.
Bereinigtes EBIT(DA)
Bei Unternehmensverkäufen ist oft vom bereinigten oder adjusted EBITDA die Rede. Dabei werden Sondereffekte herausgerechnet, zum Beispiel einmalige Beratungskosten, ein außergewöhnlicher Rechtsstreit oder ein nicht marktübliches Geschäftsführergehalt. Ziel ist eine realistische Ertragskraft für die Zukunft.
Praxistipp
Wenn Sie Ihr Unternehmen irgendwann verkaufen möchten, führen Sie schon heute eine Liste mit Einmaleffekten wie Umzug, Rechtsstreit oder außergewöhnlichen Reparaturen. Beim Verkauf können Sie das bereinigte EBITDA dann belegen statt nur behaupten.
Titelbild: Jack Sparrow / Pexels



