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Optimale Bestellmenge berechnen: Andler-Formel, Beispiel und Rechner

RedaktionAktualisiert am
Gabelstapler bringt eine Palette Ware ins Lager

Wer selten und in großen Mengen bestellt, spart Bestellkosten, bindet aber viel Geld im Lager. Wer oft und wenig bestellt, hält das Lager schlank, zahlt aber jedes Mal Bearbeitung, Versand und Wareneingang. Die optimale Bestellmenge ist der Punkt, an dem die Summe beider Kostenarten am niedrigsten ist.

Rechner

Alle Beträge netto. Die Berechnung erfolgt direkt in Ihrem Browser, es werden keine Daten gespeichert.

Die Andler-Formel

Optimale Bestellmenge = √(2 × Jahresbedarf × bestellfixe Kosten ÷ (Einstandspreis × Lagerhaltungskostensatz))

Die Formel geht auf Kurt Andler zurück und wird auch als Losgrößenformel oder EOQ-Formel (Economic Order Quantity) bezeichnet. Sie braucht vier Angaben:

  • Jahresbedarf: wie viele Einheiten Sie im Jahr verbrauchen oder verkaufen.
  • Bestellfixe Kosten: Kosten, die bei jeder Bestellung unabhängig von der Menge anfallen, etwa Bearbeitung im Einkauf, Pauschalfracht, Wareneingangskontrolle und Rechnungsprüfung.
  • Einstandspreis: Preis je Einheit inklusive Bezugskosten.
  • Lagerhaltungskostensatz: Lagerkosten in Prozent des durchschnittlich gebundenen Lagerwerts. Wie Sie ihn ermitteln, steht im Beitrag Lagerkosten berechnen.

Beispiel

Ein Großhändler verkauft 12.000 Dichtungssets im Jahr. Jede Bestellung kostet ihn 80 € an Bearbeitung und Fracht, der Einstandspreis liegt bei 25 €, der Lagerhaltungskostensatz bei 16 %.

Lagerhaltungskosten je Stück und Jahr: 25 × 0,16 = 4,00 €
Optimale Bestellmenge = √(2 × 12.000 × 80 ÷ 4) = √480.000 = rund 693 Stück

Er bestellt damit gut 17-mal im Jahr. Bestellkosten und Lagerhaltungskosten liegen im Optimum mit je rund 1.386 € genau gleich hoch, zusammen etwa 2.771 €.

Was die Rechnung zeigt

BestellmengeBestellungen pro JahrBestellkostenLagerkostenSumme
300403.200 €600 €3.800 €
69317,31.386 €1.386 €2.771 €
1.5008640 €3.000 €3.640 €

Die Kostenkurve ist rund um das Optimum flach. Ob Sie 600 oder 800 Stück bestellen, macht kaum einen Unterschied. Sie können die Bestellmenge deshalb ruhig auf volle Kartons oder Paletten runden.

Annahmen und Grenzen

Die Andler-Formel ist ein Modell mit vereinfachten Annahmen: gleichmäßiger Verbrauch, konstante Preise, keine Mengenrabatte, sofortige Lieferung und unbegrenzter Lagerplatz. In der Praxis gilt das selten vollständig. Typische Anpassungen sind:

  • Mengenrabatte: Rechnen Sie die Gesamtkosten inklusive Warenwert für die Rabattstufen durch. Oft lohnt sich die nächsthöhere Staffel.
  • Mindestbestellmengen des Lieferanten haben Vorrang.
  • Haltbarkeit und Platz: Verderbliche Ware oder knappe Lagerfläche begrenzen die Menge nach oben.
  • Liquidität: Wenn das Geld knapp ist, bestellen Sie lieber kleinere Mengen, auch wenn das rechnerisch etwas teurer ist.

Wann eine Bestellung ausgelöst werden sollte, bestimmt der Meldebestand. Bestellmenge und Meldebestand ergänzen sich also.

Praxistipp

Ermitteln Sie die bestellfixen Kosten einmal ehrlich: Zeit im Einkauf, Wareneingang, Buchhaltung und Fracht. Viele Betriebe unterschätzen sie deutlich und bestellen deshalb zu oft in zu kleinen Mengen.

Redaktion Unternehmen Wachstum

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung.

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