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Krankenquote berechnen: Formel, Vergleichswerte und Rechner

RedaktionAktualisiert am
Erkrankte Frau ruht mit einer Tasse Tee auf dem Sofa

Die Krankenquote zeigt, welcher Anteil der geplanten Arbeitszeit durch Krankheit ausfällt. Sie hilft, Personalbedarf realistisch zu planen, Belastungsschwerpunkte zu erkennen und die Kosten von Ausfällen sichtbar zu machen. Für kleine Betriebe ist sie oft aussagekräftiger als jedes Bauchgefühl.

Rechner

Teilzeitkräfte anteilig als Vollzeitkräfte erfassen. Die Berechnung erfolgt direkt in Ihrem Browser, es werden keine Daten gespeichert.

Krankenquote berechnen: die Formel

Krankenquote = Krankheitstage ÷ Soll-Arbeitstage × 100

Die Soll-Arbeitstage sind die Tage, an denen die Mitarbeiter laut Vertrag arbeiten sollten, also ohne Wochenenden, Feiertage und Urlaub. Bei einer Fünf-Tage-Woche und 30 Urlaubstagen sind das je nach Bundesland rund 220 Tage. Statt mit Tagen können Sie auch mit Stunden rechnen, was bei vielen Teilzeitkräften genauer ist.

Beispiel

Ein Handwerksbetrieb beschäftigt 25 Vollzeitkräfte mit je 220 Soll-Arbeitstagen. Im vergangenen Jahr fielen insgesamt 330 Krankheitstage an.

Soll-Arbeitstage: 25 × 220 = 5.500
Krankenquote = 330 ÷ 5.500 × 100 = 6,0 %

Im Durchschnitt fehlte jeder Mitarbeiter 13,2 Arbeitstage. Rechnet der Betrieb mit 250 € Personalkosten je Arbeitstag, kosteten die Ausfälle rund 82.500 € an Lohnfortzahlung, ohne Überstunden der Kollegen und verschobene Aufträge.

Vergleich mit dem Krankenstand in Deutschland

Die Krankenkassen veröffentlichen jedes Jahr den Krankenstand ihrer Versicherten. Für 2025 lag er je nach Kasse bei rund 5 bis 6,4 %: bei der Techniker bei 5,08 %, bei der Barmer bei 6,02 % und bei der AOK im Bundesdurchschnitt bei 6,4 %. Die Unterschiede ergeben sich vor allem aus der Zusammensetzung der Versicherten nach Branchen und Berufen.

Ein direkter Vergleich mit Ihrer eigenen Quote ist nur eingeschränkt möglich. Die Kassen beziehen die Krankheitstage auf Kalendertage, Betriebe meist auf Arbeitstage. Zudem erfassen die Kassen nur gemeldete Arbeitsunfähigkeiten, also keine kurzen Fehltage ohne Attest. Sinnvoller ist der Vergleich mit Ihren eigenen Vorjahren und zwischen Abteilungen.

Was eine hohe Krankenquote bedeuten kann

  • Saisonale Effekte: Erkältungswellen im Winter treiben die Quote jedes Jahr.
  • Körperliche Belastung: In Handwerk, Logistik und Pflege sind Rücken- und Gelenkbeschwerden häufig.
  • Überlastung und Klima: Häufen sich Ausfälle in einem Team, lohnt der Blick auf Arbeitsmenge und Führung.
  • Langzeiterkrankungen: Wenige lange Ausfälle können die Quote eines kleinen Betriebs stark verzerren. Werten Sie sie getrennt aus.

Krankenquote senken

  • Gesundheit fördern: ergonomische Arbeitsplätze, Hilfsmittel für schweres Heben, Angebote zur Bewegung. Krankenkassen unterstützen Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements finanziell.
  • Rückkehrgespräche wertschätzend führen, nicht als Kontrolle.
  • Betriebliches Eingliederungsmanagement: Wer innerhalb von zwölf Monaten länger als sechs Wochen arbeitsunfähig ist, muss vom Arbeitgeber ein BEM angeboten bekommen.
  • Personalplanung mit realistischen Ausfallzeiten, damit Ausfälle nicht sofort zur Überlastung der anderen führen, siehe Personalbedarf berechnen.

Praxistipp

Berechnen Sie die Krankenquote monatlich und legen Sie sie neben die Überstunden. Steigen beide gleichzeitig über mehrere Monate, ist das ein deutliches Zeichen für Überlastung im Team.

Redaktion Unternehmen Wachstum

Wir erklären betriebswirtschaftliche Themen für Inhaber und Führungskräfte kleiner und mittlerer Unternehmen – mit Rechenbeispielen aus Handwerk, Handel und Dienstleistung. Beiträge werden regelmäßig überprüft. Hinweise auf Fehler oder Themenwünsche nehmen wir gern über die Kontaktseite entgegen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung.

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