Die Selbstkosten sind alle Kosten, die ein Produkt oder Auftrag verursacht, bis er beim Kunden ist: Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb. Sie sind die Untergrenze, unter der ein Preis auf Dauer Verlust bedeutet. In kleinen und mittleren Betrieben werden sie meist mit der Zuschlagskalkulation ermittelt.
Alle Beträge netto. Die Berechnung erfolgt direkt in Ihrem Browser, es werden keine Daten gespeichert.
Das Schema der Zuschlagskalkulation
| Position | Berechnung |
|---|---|
| Materialeinzelkosten (MEK) | Material laut Stückliste |
| + Materialgemeinkosten (MGK) | Zuschlag in % auf MEK |
| = Materialkosten | |
| Fertigungslöhne (FL) | Fertigungszeit × Lohnsatz |
| + Fertigungsgemeinkosten (FGK) | Zuschlag in % auf FL |
| + Sondereinzelkosten der Fertigung | z. B. Spezialwerkzeug |
| = Fertigungskosten | |
| = Herstellkosten | Material- + Fertigungskosten |
| + Verwaltungsgemeinkosten | Zuschlag in % auf Herstellkosten |
| + Vertriebsgemeinkosten | Zuschlag in % auf Herstellkosten |
| = Selbstkosten |
Einzelkosten lassen sich dem Produkt direkt zuordnen, Gemeinkosten wie Miete, Meisterlohn, Buchhaltung oder Werbung nicht. Sie werden über prozentuale Zuschläge verteilt.
Beispiel
Ein Metallbaubetrieb kalkuliert ein Treppengeländer-Element. Das Material kostet 40 €, die Fertigung dauert eine Dreiviertelstunde zu 40 € Lohn, also 30 € Fertigungslohn. Die Zuschläge stammen aus dem Betriebsabrechnungsbogen des Vorjahres.
Materialkosten: 40 + 10 % = 44,00 €
Fertigungskosten: 30 + 120 % = 66,00 €
Herstellkosten: 44 + 66 = 110,00 €
Verwaltung 12 % und Vertrieb 8 % auf 110 €: + 22,00 €
Selbstkosten = 132,00 €
Mit 10 % Gewinnzuschlag ergibt sich ein Barverkaufspreis von 145,20 € netto. Kundenskonto und Rabatt kommen gegebenenfalls noch hinzu.
Woher kommen die Zuschlagssätze?
Die Zuschläge ergeben sich aus der Kostenrechnung des Vorjahres: Gemeinkosten eines Bereichs geteilt durch die passende Bezugsgröße. Beispiel: Fallen in der Fertigung 240.000 € Gemeinkosten an und betragen die Fertigungslöhne 200.000 €, liegt der Fertigungsgemeinkostenzuschlag bei 120 %. Größere Betriebe verwenden dafür einen Betriebsabrechnungsbogen, kleinere oft eine vereinfachte Aufteilung mit ihrer Steuerberatung.
Grenzen der Zuschlagskalkulation
- Hohe Zuschläge verzerren: Liegt der Fertigungsgemeinkostenzuschlag bei mehreren hundert Prozent, etwa in stark automatisierten Betrieben, werden lohnintensive Produkte zu teuer und maschinenintensive zu billig kalkuliert. Dann ist der Maschinenstundensatz genauer.
- Vergangenheitswerte: Die Zuschläge stammen aus dem Vorjahr. Steigen Löhne oder Energiekosten, sollten Sie sie anpassen.
- Vollkosten sind keine Preisuntergrenze: Kurzfristig kann ein Auftrag unter Selbstkosten sinnvoll sein, solange er einen positiven Deckungsbeitrag bringt. Mehr dazu im Beitrag Preisuntergrenze berechnen.
Für Betriebe mit nur einem einheitlichen Produkt ist die Divisionskalkulation einfacher, im Handel die Handelskalkulation.
Praxistipp
Machen Sie nach größeren Aufträgen eine Nachkalkulation mit den tatsächlichen Stunden und Materialmengen. Weicht sie regelmäßig von der Vorkalkulation ab, stimmen Ihre Zeitvorgaben oder Zuschläge nicht.



