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Kalkulationsfaktor und Kalkulationszuschlag berechnen (mit Rechner)

RedaktionAktualisiert am
Leuchten in einem Lampengeschäft

Im Handel wird der Verkaufspreis oft mit einem festen Faktor aus dem Einkaufspreis gebildet. Kalkulationsfaktor, Kalkulationszuschlag und Handelsspanne hängen dabei eng zusammen. Wer die Begriffe sauber trennt, kalkuliert sicherer.

Rechner

Alle Beträge netto. Die Berechnung erfolgt direkt in Ihrem Browser, es werden keine Daten gespeichert.

Die Formeln

Kalkulationsfaktor = Verkaufspreis ÷ Einstandspreis

Kalkulationszuschlag = (Verkaufspreis − Einstandspreis) ÷ Einstandspreis × 100

Handelsspanne = (Verkaufspreis − Einstandspreis) ÷ Verkaufspreis × 100

Der Zusammenhang: Kalkulationsfaktor = 1 + Kalkulationszuschlag ÷ 100. Ein Zuschlag von 75 % entspricht also einem Faktor von 1,75.

Netto oder brutto?

Im Großhandel und im B2B-Geschäft rechnet man mit Nettopreisen. Im Einzelhandel wird der Kalkulationsfaktor dagegen oft auf den Brutto-Verkaufspreis inklusive Umsatzsteuer bezogen, weil der Endkunde diesen Preis sieht. Ein Brutto-Faktor von 2,0 bedeutet bei 19 % Umsatzsteuer netto nur einen Faktor von etwa 1,68. Klären Sie deshalb immer, welche Variante gemeint ist.

Beispiel

Ein Fachhändler kauft eine Lampe für 40 € netto ein (inklusive Bezugskosten) und verkauft sie für 70 € netto.

Kalkulationsfaktor70 € ÷ 40 € = 1,75
Kalkulationszuschlag30 € ÷ 40 € = 75 %
Handelsspanne30 € ÷ 70 € = 42,86 %
Verkaufspreis brutto70 € × 1,19 = 83,30 €

Den richtigen Faktor finden

Der Kalkulationszuschlag muss alle Handlungskosten (Personal, Miete, Werbung, Verwaltung) decken und zusätzlich einen Gewinn ermöglichen. Eine einfache Herleitung:

  1. Handlungskosten des Jahres ermitteln, z. B. 300.000 €.
  2. Gewünschten Gewinn festlegen, z. B. 60.000 €.
  3. Erwarteten Wareneinsatz zu Einstandspreisen schätzen, z. B. 480.000 €.
  4. Kalkulationszuschlag = (300.000 € + 60.000 €) ÷ 480.000 € = 75 %.

Für Produkte mit hohem Beratungsaufwand oder geringer Umschlagshäufigkeit ist ein höherer Zuschlag nötig, für Schnelldreher und Preiseinstiegsartikel ein niedrigerer. Mehr zum Unterschied zwischen Zuschlag und Spanne lesen Sie unter Marge berechnen.

Praxistipp

Prüfen Sie Ihren Kalkulationsfaktor mindestens einmal im Jahr, am besten direkt nach dem Jahresabschluss. Steigen Miete und Personalkosten, während der Faktor seit Jahren gleich bleibt, schrumpft der Gewinn still und leise.

Titelbild: ROMAN ODINTSOV / Pexels

Redaktion Unternehmen Wachstum

Wir erklären betriebswirtschaftliche Themen für Inhaber und Führungskräfte kleiner und mittlerer Unternehmen – mit Rechenbeispielen aus Handwerk, Handel und Dienstleistung. Beiträge werden regelmäßig überprüft. Hinweise auf Fehler oder Themenwünsche nehmen wir gern über die Kontaktseite entgegen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung.

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