Der Maschinenstundensatz gibt an, was eine Stunde Laufzeit einer Maschine kostet. Produzierende Betriebe brauchen ihn, um Aufträge genau zu kalkulieren und zu entscheiden, ob sich eine Investition lohnt oder ob Fremdvergabe günstiger ist.
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Maschinenstundensatz berechnen: die Formel
Maschinenstundensatz = maschinenabhängige Kosten pro Jahr ÷ Laufzeit pro Jahr in Stunden
Die maschinenabhängigen Kosten setzen sich in der Regel aus fünf Bausteinen zusammen:
- Kalkulatorische Abschreibung = (Wiederbeschaffungswert − Restwert) ÷ Nutzungsdauer. Mit dem Wiederbeschaffungswert stellen Sie sicher, dass am Ende genug Geld für eine neue Maschine verdient wurde.
- Kalkulatorische Zinsen = Anschaffungswert ÷ 2 × Zinssatz. Man setzt den halben Wert an, weil das gebundene Kapital über die Nutzungsdauer durchschnittlich halb so hoch ist.
- Raumkosten = Platzbedarf in m² × Kosten pro m² (Miete, Heizung, Reinigung).
- Energiekosten = Leistungsaufnahme in kW × Laufstunden × Strompreis.
- Instandhaltung: Wartung, Ersatzteile, Werkzeuge, oft als Erfahrungswert oder Prozentsatz vom Anschaffungswert.
Rechenbeispiel
| Abschreibung | (165.000 € − 15.000 €) ÷ 10 = 15.000 € |
| Zinsen | 150.000 € ÷ 2 × 6 % = 4.500 € |
| Raumkosten | 20 m² × 120 € = 2.400 € |
| Energie | 15 kW × 1.600 h × 0,25 € = 6.000 € |
| Instandhaltung | 4.500 € |
| Summe | 32.400 € |
| Maschinenstundensatz | 32.400 € ÷ 1.600 h = 20,25 € |
Hinzu kommen in der Kalkulation die Lohnkosten des Bedieners, die meist separat als Lohnstundensatz angesetzt werden.
Die Laufzeit ist der größte Hebel
Die meisten Kosten einer Maschine sind fix. Läuft die Maschine nur 800 statt 1.600 Stunden, verdoppelt sich der Anteil der Fixkosten pro Stunde fast. Realistisch planen heißt: Rüstzeiten, Wartung, Störungen und Feiertage abziehen. Ein Einschichtbetrieb kommt selten auf mehr als 1.600 bis 1.800 produktive Stunden im Jahr. Bei steigender Auftragslage kann ein Zweischichtbetrieb den Stundensatz deutlich senken.
Wofür Sie den Stundensatz nutzen
- Angebote und Aufträge genau kalkulieren.
- Make-or-Buy-Entscheidungen: Ist ein externer Lohnfertiger günstiger?
- Investitionen vergleichen: Rechnet sich eine schnellere, aber teurere Maschine?
- Engpässe bewerten: Welche Aufträge bringen den höchsten Deckungsbeitrag pro Maschinenstunde?
Praxistipp
Notieren Sie einen Monat lang die tatsächlichen Laufzeiten jeder Maschine. Viele Betriebe überschätzen ihre produktiven Stunden und kalkulieren deshalb zu niedrige Stundensätze.
Titelbild: Mikhail Nilov / Pexels



