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Sicherheitsbestand berechnen: drei Methoden mit Beispiel und Rechner

RedaktionAktualisiert am
Gestapelte Kartons als Reserve im Lagerregal

Der Sicherheitsbestand schützt vor Lieferengpässen, wenn der Verbrauch höher ausfällt als geplant oder der Lieferant sich verspätet. Zu wenig Puffer führt zu Fehlmengen und verärgerten Kunden, zu viel bindet unnötig Kapital. Welche Methode passt, hängt davon ab, wie genau Sie Ihre Schwankungen kennen.

Rechner

Für die statistische Formel wird eine konstante Wiederbeschaffungszeit angenommen. Die Berechnung erfolgt direkt in Ihrem Browser, es werden keine Daten gespeichert.

Methode 1: pauschal in Tagen

Sicherheitsbestand = durchschnittlicher Tagesverbrauch × Sicherheitstage

Die einfachste Methode legt einen Puffer von einigen Tagen fest, zum Beispiel vier Tage bei 40 Stück Tagesverbrauch, also 160 Stück. Sie ist schnell umgesetzt, beruht aber auf Erfahrung statt auf Zahlen. Für Verbrauchsmaterial und Artikel mit geringer Bedeutung reicht sie meist aus.

Methode 2: Max-Methode

Sicherheitsbestand = höchster Tagesverbrauch × längste Wiederbeschaffungszeit − durchschnittlicher Tagesverbrauch × durchschnittliche Wiederbeschaffungszeit

Die Max-Methode deckt den ungünstigsten Fall ab: Der Verbrauch ist am höchsten, und der Lieferant braucht so lange wie nie zuvor. Dafür brauchen Sie nur die Extremwerte aus der Vergangenheit.

Beispiel: Im Schnitt werden 40 Stück am Tag verbraucht, in Spitzen 55. Die Lieferzeit beträgt im Schnitt 12 Tage, im schlechtesten Fall 15.

Sicherheitsbestand = 55 × 15 − 40 × 12 = 825 − 480 = 345 Stück

Das ist sehr sicher, aber teuer, weil beide Extreme selten gleichzeitig eintreten.

Methode 3: statistisch mit Servicegrad

Sicherheitsbestand = z × Standardabweichung des Tagesverbrauchs × √Wiederbeschaffungszeit

Der Faktor z steht für den gewünschten Servicegrad, also die Wahrscheinlichkeit, während der Wiederbeschaffungszeit lieferfähig zu bleiben:

ServicegradSicherheitsfaktor z
90 %1,28
95 %1,65
97,5 %1,96
99 %2,33

Schwankt der Tagesverbrauch im Beispiel mit einer Standardabweichung von 8 Stück, ergibt sich bei 95 % Servicegrad: 1,65 × 8 × √12 = rund 46 Stück. Die Standardabweichung berechnen Sie aus den Verbrauchsdaten der letzten Monate, in Excel etwa mit der Funktion STABW.

Die Formel geht von einer festen Lieferzeit aus. Schwankt auch die Lieferzeit stark, gibt es erweiterte Formeln, die beide Schwankungen berücksichtigen. Alternativ schlagen Sie einige Puffertage auf.

Welche Methode ist die richtige?

Die drei Methoden liefern im Beispiel 160, 345 und 46 Stück, also sehr unterschiedliche Werte. Eine gute Faustregel: Teilen Sie Ihre Artikel nach Bedeutung ein. Für die wichtigsten Artikel mit stabilen Daten lohnt die statistische Methode mit hohem Servicegrad. Für Artikel, deren Fehlen die Produktion stoppt, ist die Max-Methode vertretbar. Für alles andere genügt ein pauschaler Puffer.

Sicherheitsbestand und Meldebestand

Der Sicherheitsbestand ist Teil des Meldebestands: Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand. Jedes zusätzliche Stück Puffer erhöht damit dauerhaft den durchschnittlichen Lagerbestand und die Lagerkosten.

Praxistipp

Prüfen Sie nach jeder Fehlmenge, ob der Sicherheitsbestand zu niedrig war oder ob ein Ausnahmefall vorlag. Und prüfen Sie einmal im Jahr, welche Artikel ihren Sicherheitsbestand nie angreifen. Dort liegt oft Kapital, das Sie freisetzen können.

Redaktion Unternehmen Wachstum

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