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Durchschnittlichen Lagerbestand berechnen: drei Formeln und Rechner

RedaktionAktualisiert am
Mitarbeiter erfasst den Lagerbestand mit einem Handscanner

Der durchschnittliche Lagerbestand zeigt, wie viel Ware oder Geld im Laufe eines Jahres typischerweise in Ihrem Lager liegt. Er ist die Grundlage für die Umschlagshäufigkeit, die Lagerdauer und die Lagerkosten. Je mehr Stichtage Sie einbeziehen, desto genauer wird er.

Rechner

Werte in Euro oder in Stück eingeben, aber einheitlich. Die Berechnung erfolgt direkt in Ihrem Browser, es werden keine Daten gespeichert.

Drei Formeln für den durchschnittlichen Lagerbestand

Einfache Formel: (Anfangsbestand + Endbestand) ÷ 2
Quartalsformel: (Anfangsbestand + 4 Quartalsendbestände) ÷ 5
Monatsformel: (Anfangsbestand + 12 Monatsendbestände) ÷ 13

Die einfache Formel ist schnell, aber ungenau, sobald der Bestand im Jahresverlauf schwankt. Saisonbetriebe, die im Herbst das Lager für das Weihnachtsgeschäft füllen, unterschätzen damit ihre Kapitalbindung erheblich. Wer ein Warenwirtschaftssystem nutzt, kann den Durchschnitt sogar aus täglichen Beständen bilden.

Beispiel

Ein Fachhändler für Gartenbedarf hat am 1. Januar Waren im Wert von 60.000 € auf Lager. Zum Ende der Quartale stehen 72.000 €, 85.000 €, 66.000 € und 54.000 € in den Büchern.

Quartalsformel: (60.000 + 72.000 + 85.000 + 66.000 + 54.000) ÷ 5 = 67.400 €
Einfache Formel: (60.000 + 54.000) ÷ 2 = 57.000 €

Die einfache Formel liegt um 10.400 € daneben, weil sie den hohen Frühjahrsbestand nicht sieht. Für Kennzahlen wie die Umschlagshäufigkeit macht das einen spürbaren Unterschied.

Menge oder Wert?

Sie können den Durchschnitt in Stück oder in Euro berechnen. Mengen eignen sich für einzelne Artikel und die Lagerplanung. Für das ganze Lager, für Lagerkosten und für die Kapitalbindung rechnen Sie mit Werten zu Einstandspreisen.

Wofür Sie den durchschnittlichen Lagerbestand brauchen

  • Umschlagshäufigkeit und Lagerdauer: Wie oft wird das Lager im Jahr umgeschlagen, wie lange liegt Ware im Schnitt?
  • Lagerkosten: Zinsen und viele weitere Lagerkosten hängen vom durchschnittlich gebundenen Kapital ab.
  • Liquidität: Jeder Euro im Lager fehlt auf dem Konto. Sinkt der Durchschnittsbestand, wird Liquidität frei.

Durchschnittlichen Lagerbestand senken

  • Langsam drehende Artikel identifizieren und abverkaufen.
  • Meldebestände und Sicherheitsbestände überprüfen, sie sind oft historisch zu hoch angesetzt.
  • Kleinere Mengen häufiger bestellen, wenn die Bestellkosten niedrig sind.
  • Mit Lieferanten kürzere Lieferzeiten oder Konsignationslager vereinbaren.

Praxistipp

Schauen Sie nicht nur auf den Durchschnitt, sondern auch auf den höchsten Bestand im Jahr. Er bestimmt, wie viel Lagerfläche und Finanzierung Sie tatsächlich vorhalten müssen.

Redaktion Unternehmen Wachstum

Wir erklären betriebswirtschaftliche Themen für Inhaber und Führungskräfte kleiner und mittlerer Unternehmen – mit Rechenbeispielen aus Handwerk, Handel und Dienstleistung. Beiträge werden regelmäßig überprüft. Hinweise auf Fehler oder Themenwünsche nehmen wir gern über die Kontaktseite entgegen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung.

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