Die Umschlagshäufigkeit zeigt, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand innerhalb eines Jahres verkauft und ersetzt wird. Je höher sie ist, desto kürzer liegt die Ware im Lager und desto weniger Kapital ist gebunden. Zusammen mit der Lagerdauer gehört sie zu den wichtigsten Lagerkennzahlen.
Wareneinsatz und Lagerbestand zu Einstandspreisen eingeben. Die Berechnung erfolgt direkt in Ihrem Browser, es werden keine Daten gespeichert.
Umschlagshäufigkeit berechnen: die Formel
Umschlagshäufigkeit = Wareneinsatz (Jahresverbrauch) ÷ durchschnittlicher Lagerbestand
Wichtig ist, dass beide Werte auf derselben Basis stehen. Rechnen Sie in Euro, verwenden Sie den Wareneinsatz zu Einstandspreisen, nicht den Umsatz. Mit Umsatz zu Verkaufspreisen fiele die Kennzahl zu hoch aus. Für einzelne Artikel können Sie auch mit Stückzahlen rechnen: Jahresverbrauch in Stück geteilt durch den durchschnittlichen Bestand in Stück.
Durchschnittliche Lagerdauer
Lagerdauer in Tagen = 360 ÷ Umschlagshäufigkeit
Die Lagerdauer übersetzt die Umschlagshäufigkeit in eine anschauliche Zahl: Wie viele Tage liegt ein Artikel im Durchschnitt, bevor er verkauft wird? In der Betriebswirtschaft wird meist mit 360 Tagen gerechnet, manche Betriebe nehmen 365.
Beispiel
Ein Gartenfachhändler hat einen Wareneinsatz von 540.000 € im Jahr. Sein durchschnittlicher Lagerbestand liegt bei 67.400 €.
Umschlagshäufigkeit = 540.000 ÷ 67.400 = 8,0
Lagerdauer = 360 ÷ 8,0 = rund 45 Tage
Gelingt es ihm, die Lagerdauer auf 36 Tage zu senken, steigt die Umschlagshäufigkeit auf 10. Bei gleichem Wareneinsatz reicht dann ein Durchschnittsbestand von 54.000 €. Rund 13.400 € werden frei.
Lagerzinssatz
Gebundenes Kapital kostet Zinsen, entweder als Kreditzins oder als entgangener Ertrag. Der Lagerzinssatz zeigt, welchen Anteil das bezogen auf die Lagerdauer ausmacht:
Lagerzinssatz = Jahreszinssatz × Lagerdauer ÷ 360
Bei 6 % Zins und 45 Tagen Lagerdauer sind das 0,75 %. Diesen Anteil müsste der Preis zusätzlich decken. Alle weiteren Kosten des Lagers erfasst der Beitrag Lagerkosten berechnen.
Was ist eine gute Umschlagshäufigkeit?
Das hängt stark von der Branche ab. Frische Lebensmittel drehen sich in wenigen Tagen, Ersatzteile, Möbel oder Schmuck oft nur wenige Male im Jahr. Aussagekräftig sind vor allem drei Vergleiche:
- die Entwicklung im eigenen Betrieb über mehrere Jahre,
- der Vergleich einzelner Warengruppen untereinander,
- Branchenwerte, etwa aus Betriebsvergleichen von Verbänden oder Ihrer Bank.
Umschlagshäufigkeit erhöhen
- Ladenhüter abbauen: Artikel ohne Bewegung in den letzten sechs Monaten gezielt abverkaufen.
- Bestände steuern: Meldebestand und Sicherheitsbestand regelmäßig an den tatsächlichen Verbrauch anpassen.
- Bestellmengen prüfen: Große Mengen wegen Rabatten lohnen sich nur, wenn die Ware auch schnell verkauft wird.
- Sortiment straffen: Varianten mit sehr geringer Nachfrage auf Bestellung statt ab Lager anbieten.
Praxistipp
Berechnen Sie die Umschlagshäufigkeit je Warengruppe und sortieren Sie aufsteigend. Die fünf langsamsten Gruppen binden meist überproportional viel Kapital und sind der schnellste Hebel für mehr Liquidität.



