Die Äquivalenzziffernkalkulation verteilt Kosten auf mehrere ähnliche Produkte, die mit denselben Anlagen und Materialien hergestellt werden, sich aber im Aufwand unterscheiden. Typische Beispiele sind Biersorten einer Brauerei, Bleche in verschiedenen Stärken oder Ziegel in mehreren Formaten.
Für nur zwei Sorten bei Sorte C die Menge 0 eintragen. Die Berechnung erfolgt direkt in Ihrem Browser, es werden keine Daten gespeichert.
Das Prinzip
Statt jede Sorte einzeln zu kalkulieren, legen Sie eine Sorte als Basis fest und geben ihr die Äquivalenzziffer 1. Alle anderen Sorten erhalten eine Ziffer, die ihr Kostenverhältnis zur Basissorte ausdrückt. Eine Sorte mit der Ziffer 1,2 verursacht also 20 % mehr Kosten je Stück als die Basissorte, etwa wegen längerer Reifezeit oder mehr Material.
Äquivalenzziffernkalkulation in vier Schritten
- Äquivalenzziffern festlegen: aus Erfahrungswerten, Materialverbrauch, Maschinenzeiten oder technischen Daten.
- Recheneinheiten bilden: Menge jeder Sorte × ihre Äquivalenzziffer.
- Kosten je Recheneinheit: Gesamtkosten ÷ Summe der Recheneinheiten.
- Stückkosten je Sorte: Kosten je Recheneinheit × Äquivalenzziffer der Sorte.
Beispiel: eine Brauerei mit drei Sorten
Eine Brauerei hat in einem Monat Gesamtkosten von 120.000 €. Sie braut drei Sorten:
| Sorte | Menge (Liter) | Äquivalenzziffer | Recheneinheiten | Kosten je Liter |
|---|---|---|---|---|
| Pils | 40.000 | 1,0 | 40.000 | 1,41 € |
| Export | 25.000 | 1,2 | 30.000 | 1,69 € |
| Bock | 10.000 | 1,5 | 15.000 | 2,12 € |
| Summe | 85.000 |
Kosten je Recheneinheit = 120.000 ÷ 85.000 = 1,4118 €
Daraus ergeben sich die Kosten je Liter in der letzten Spalte. Zur Kontrolle: 40.000 × 1,4118 + 25.000 × 1,6941 + 10.000 × 2,1176 ergibt wieder rund 120.000 €.
Vorteile und Nachteile
- Vorteil: einfach und schnell, ohne aufwendige Kostenstellenrechnung.
- Vorteil: gut geeignet für Sortenfertigung mit gleichem Produktionsprozess.
- Nachteil: Das Ergebnis steht und fällt mit den Äquivalenzziffern. Sind sie veraltet oder geschätzt, sind es auch die Stückkosten.
- Nachteil: Für Produkte mit grundverschiedenen Fertigungswegen ist die Methode ungeeignet. Dort ist die Zuschlagskalkulation der bessere Weg.
Abgrenzung zu anderen Kalkulationsverfahren
Die Äquivalenzziffernkalkulation ist eine Erweiterung der Divisionskalkulation: Bei nur einem Produkt wäre die Äquivalenzziffer überall 1, und Sie teilen einfach die Kosten durch die Menge. Werden die Produkte sehr unterschiedlich hergestellt, verteilt die Zuschlagskalkulation die Gemeinkosten über Zuschlagssätze auf Material- und Fertigungskosten. Für Entscheidungen über Preise und Sortiment lohnt zusätzlich der Blick auf den Deckungsbeitrag.
Praxistipp
Überprüfen Sie die Äquivalenzziffern mindestens einmal im Jahr, zum Beispiel anhand der tatsächlichen Maschinenstunden je Sorte. Neue Rezepturen oder Anlagen verschieben die Verhältnisse oft unbemerkt.



