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Fluktuationsrate berechnen: BDA- und Schlüter-Formel mit Rechner

RedaktionAktualisiert am
Modernes Büro mit mehreren leeren Schreibtischen

Die Fluktuationsrate zeigt, wie viele Mitarbeiter ein Unternehmen innerhalb eines Jahres verlassen, im Verhältnis zur Belegschaft. Für wachsende Betriebe ist sie ein Frühwarnsignal: Jeder Abgang kostet Einarbeitung, Recruiting und oft auch Kundenbeziehungen. Es gibt zwei gängige Formeln, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Rechner

Ohne Angabe wird der Durchschnitt aus Anfangs- und Endbestand gebildet. Die Berechnung erfolgt direkt in Ihrem Browser, es werden keine Daten gespeichert.

Die BDA-Formel

Fluktuationsrate = Personalabgänge ÷ durchschnittlicher Personalbestand × 100

Die Formel der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ist in Deutschland am weitesten verbreitet und einfach zu berechnen. Den durchschnittlichen Personalbestand bilden Sie aus den Monatsendbeständen oder vereinfacht aus Anfangs- und Endbestand.

Die Schlüter-Formel

Fluktuationsrate = Personalabgänge ÷ (Personalbestand zu Jahresbeginn + Zugänge) × 100

Die Schlüter-Formel bezieht die Abgänge auf alle, die im Laufe des Jahres im Unternehmen beschäftigt waren. Sie liefert deshalb niedrigere Werte und reagiert weniger stark, wenn ein Betrieb gleichzeitig viel einstellt.

Beispiel

Ein Softwaredienstleister startet mit 48 Mitarbeitern ins Jahr, stellt 10 Personen ein, 8 verlassen das Unternehmen. Der durchschnittliche Personalbestand lag bei 50.

BDA-Formel: 8 ÷ 50 × 100 = 16 %
Schlüter-Formel: 8 ÷ (48 + 10) × 100 = 13,8 %

Wichtig ist vor allem, dass Sie immer dieselbe Formel verwenden, wenn Sie Jahre oder Abteilungen vergleichen.

Welche Abgänge zählen?

Ob alle Abgänge in die Rechnung gehören, ist eine Frage der Definition. Viele Betriebe berechnen zwei Werte:

  • Gesamtfluktuation: alle Abgänge, also auch Renteneintritte, Ende befristeter Verträge und arbeitgeberseitige Kündigungen.
  • Freiwillige Fluktuation: nur Eigenkündigungen der Mitarbeiter. Sie sagt am meisten darüber aus, wie zufrieden die Belegschaft ist und ob das Gehaltsniveau passt.

Aufschlussreich ist auch die Frühfluktuation: Wie viele neue Mitarbeiter gehen schon in der Probezeit? Ein hoher Wert deutet auf Probleme bei Auswahl oder Einarbeitung hin.

Was eine hohe Fluktuation kostet

Jeder Abgang verursacht Kosten, die in keiner Rechnung auftauchen: Stellenanzeigen oder Personalvermittler, Zeit für Gespräche, Einarbeitung, geringere Produktivität in den ersten Monaten und Mehrarbeit für das Team. In kleinen Betrieben geht mit einem Mitarbeiter oft auch Wissen über Kunden und Abläufe verloren, das nirgends dokumentiert ist.

Fluktuation senken

  • Austrittsgespräche führen und die Gründe systematisch auswerten.
  • Einarbeitung strukturieren: mit festem Ansprechpartner und Plan für die ersten Wochen, siehe Ersten Mitarbeiter einstellen.
  • Gehälter regelmäßig mit dem Markt abgleichen.
  • Entwicklung ermöglichen: Wer keine Perspektive sieht, sucht sie woanders.
  • Führung stärken: Viele Kündigungen richten sich gegen die direkte Führungskraft, nicht gegen das Unternehmen.

Praxistipp

Berechnen Sie die Fluktuation auch je Team oder Führungskraft. Fällt ein Bereich deutlich aus dem Rahmen, finden Sie die Ursache meist schneller als über den Durchschnitt des ganzen Unternehmens.

Redaktion Unternehmen Wachstum

Wir erklären betriebswirtschaftliche Themen für Inhaber und Führungskräfte kleiner und mittlerer Unternehmen – mit Rechenbeispielen aus Handwerk, Handel und Dienstleistung. Beiträge werden regelmäßig überprüft. Hinweise auf Fehler oder Themenwünsche nehmen wir gern über die Kontaktseite entgegen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung.

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