Ein Lager kostet mehr als Miete. Zinsen für das gebundene Kapital, Personal, Versicherung, Energie und Ware, die veraltet oder verdirbt, kommen hinzu. Wer seine Lagerkosten kennt, kann Bestellmengen, Sortiment und Preise besser entscheiden.
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Die Kostenarten im Lager
| Kostenart | Beispiele |
|---|---|
| Kapitalbindung | Zinsen auf den durchschnittlichen Lagerwert, ob als Kreditzins oder als entgangener Ertrag |
| Raumkosten | Miete oder Abschreibung, Energie, Reinigung, Instandhaltung |
| Personal | Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Inventur |
| Betriebsmittel | Regale, Stapler, Scanner, Lagersoftware |
| Versicherung | Feuer, Diebstahl, Wasserschäden |
| Risiko | Schwund, Verderb, Beschädigung, Veralterung |
Die Zinskosten berechnen Sie über den durchschnittlichen Lagerbestand: Lagerwert × Kalkulationszins. Die übrigen Posten entnehmen Sie Ihrer Buchhaltung oder verteilen sie anteilig, wenn das Lager Teil eines größeren Gebäudes ist.
Beispiel
Ein Großhändler hat im Schnitt Ware für 200.000 € auf Lager und rechnet mit 6 % Kalkulationszins. Dazu kommen 18.000 € Raumkosten, 24.000 € anteilige Personalkosten, 2.000 € Versicherung, 6.000 € für Schwund und Abschriften sowie 4.000 € für Geräte und Software.
Zinskosten: 200.000 × 6 % = 12.000 €
Lagerkosten gesamt: 12.000 + 18.000 + 24.000 + 2.000 + 6.000 + 4.000 = 66.000 € pro Jahr
Der Lagerhaltungskostensatz
Lagerhaltungskostensatz = Lagerkosten ÷ durchschnittlicher Lagerbestand × 100
Im Beispiel sind das 66.000 ÷ 200.000 × 100 = 33 %. Jeder Euro Ware, der ein Jahr im Lager liegt, kostet also 33 Cent. Werte zwischen 20 und über 30 % sind keine Seltenheit. Der Satz fließt direkt in die optimale Bestellmenge ein und hilft bei der Frage, ob sich ein Mengenrabatt wirklich lohnt.
Lagerkosten senken
- Bestand reduzieren: Eine höhere Umschlagshäufigkeit senkt Zinsen, Risiko und oft auch den Platzbedarf.
- Ladenhüter abschreiben und abverkaufen, statt sie jahrelang mitzuschleppen.
- Sicherheitsbestände überprüfen: Die statistische Methode führt oft zu deutlich niedrigeren Werten als pauschale Puffer.
- Abläufe verbessern: feste Lagerplätze, klare Wege und Scanner sparen Personalzeit.
- Auslagern prüfen: Für schwankende Mengen kann ein Logistikdienstleister günstiger sein als eigene Fläche.
Praxistipp
Rechnen Sie den Lagerhaltungskostensatz in Ihre Rabattverhandlungen ein. Bei 30 % Lagerkosten lohnt sich ein Mengenrabatt von 3 % nur, wenn die zusätzliche Ware innerhalb von gut einem Monat verkauft wird.



