Der Wareneinsatz zeigt, wie viel die Waren gekostet haben, die Sie in einem Zeitraum tatsächlich verkauft haben. Er ist die Grundlage für den Rohgewinn und eine der wichtigsten Stellschrauben im Handel und in der Gastronomie.
Alle Beträge netto. Die Berechnung erfolgt direkt in Ihrem Browser, es werden keine Daten gespeichert.
Wareneinsatz berechnen: die Formel
Wareneinsatz = Anfangsbestand + Wareneinkauf + Bezugsnebenkosten − Rücksendungen und Preisnachlässe − Endbestand
Der Wareneinkauf allein reicht nicht. Haben Sie mehr eingekauft als verkauft, steigt der Lagerbestand, und dieser Teil ist noch nicht „eingesetzt“. Umgekehrt verkaufen Sie in manchen Monaten Ware, die Sie schon im Vormonat eingekauft hatten. Deshalb gehören Anfangs- und Endbestand in die Rechnung. Den Endbestand ermitteln Sie über eine Inventur oder Ihr Warenwirtschaftssystem.
Beispiel
Ein Fachhändler startet mit Waren im Wert von 40.000 € ins Jahr. Er kauft für 180.000 € ein, zahlt 4.000 € Fracht und erhält 6.000 € an Rabatten und Skonti. Am Jahresende stehen Waren für 35.000 € im Lager.
Wareneinsatz = 40.000 + 180.000 + 4.000 − 6.000 − 35.000 = 183.000 €
Bei 520.000 € Nettoumsatz liegt die Wareneinsatzquote bei 183.000 ÷ 520.000 × 100 = 35,2 %. Von jedem Euro Umsatz gehen also gut 35 Cent für die Ware drauf.
Die Wareneinsatzquote
Wareneinsatzquote = Wareneinsatz ÷ Nettoumsatz × 100
Die Quote macht Ihren Wareneinsatz über Monate und mit anderen Betrieben vergleichbar. Steigt sie, ohne dass Sie die Preise gesenkt haben, deutet das auf höhere Einkaufspreise, Schwund, Verderb oder zu viele Rabatte hin.
Richtwerte nach Branche
Feste Zielwerte gibt es nicht, weil Sortiment und Preisniveau stark schwanken. Häufig genannte Größenordnungen sind:
| Bereich | Typische Wareneinsatzquote |
|---|---|
| Gastronomie, Speisen | etwa 25 bis 35 % |
| Gastronomie, Getränke | etwa 15 bis 25 % |
| Einzelhandel | je nach Sortiment etwa 50 bis 70 % |
Aussagekräftiger als jeder Branchenwert ist die Entwicklung im eigenen Betrieb. Werten Sie die Quote mindestens monatlich aus und getrennt nach Warengruppen, sonst verdecken gute Bereiche die schlechten.
Wareneinsatz in der Gastronomie
In Restaurants und Cafés wird der Wareneinsatz meist getrennt für Küche und Getränke berechnet. Neben dem Einkauf zählen dort Verderb, Personalessen und Fehlbuchungen. Wer keine regelmäßige Inventur macht, sieht diese Verluste nicht und hält den Einkauf fälschlich für zu teuer. Wie Sie aus dem Wareneinsatz einen Verkaufspreis ableiten, lesen Sie im Beitrag Kalkulation in der Gastronomie.
Wareneinsatz senken
- Einkauf: Preise regelmäßig vergleichen, Mengen bündeln, Skonto nutzen.
- Schwund und Verderb: feste Inventurtermine, klare Lagerregeln und das Prinzip „first in, first out“.
- Sortiment: Artikel mit hohem Wareneinsatz und geringer Nachfrage auslisten.
- Preise: Preise anpassen, wenn Einkaufspreise dauerhaft steigen, statt die Marge schrumpfen zu lassen.
Praxistipp
Buchen Sie Rabatte und Skonti nicht pauschal in „sonstige Erträge“, sondern mindern Sie damit den Wareneinkauf. Nur dann zeigt Ihre Wareneinsatzquote, was die Ware wirklich gekostet hat.



