Die Stückkosten zeigen, was eine einzelne Einheit eines Produkts im Durchschnitt kostet. Sie sinken, je mehr Sie produzieren, weil sich die Fixkosten auf mehr Einheiten verteilen. Genau dieser Effekt macht Wachstum für viele Betriebe so attraktiv und Auslastungseinbrüche so gefährlich.
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Stückkosten berechnen: die Formel
Stückkosten = Gesamtkosten ÷ Menge = Fixkosten ÷ Menge + variable Stückkosten
Fixkosten fallen unabhängig von der Menge an: Miete, Gehälter in Verwaltung und Vertrieb, Abschreibungen, Versicherungen. Variable Kosten steigen mit jeder zusätzlichen Einheit, etwa Material, Verpackung oder Energie für die Maschine.
Beispiel
Eine kleine Kaffeerösterei hat Fixkosten von 120.000 € im Jahr. Jede Packung Kaffee verursacht 8 € variable Kosten für Bohnen, Verpackung und Versand. Bei 10.000 Packungen im Jahr:
Fixe Stückkosten: 120.000 ÷ 10.000 = 12 €
Stückkosten = 12 + 8 = 20 € je Packung
Fixkostendegression: warum Menge so viel ausmacht
| Menge | Fixe Stückkosten | Variable Stückkosten | Stückkosten |
|---|---|---|---|
| 5.000 | 24,00 € | 8,00 € | 32,00 € |
| 10.000 | 12,00 € | 8,00 € | 20,00 € |
| 20.000 | 6,00 € | 8,00 € | 14,00 € |
Verdoppelt die Rösterei ihre Menge, sinken die Stückkosten um 30 %. Halbiert sie die Menge, steigen sie um 60 %. Das erklärt, warum Wachstum oft profitabler macht und warum ein Umsatzeinbruch die Marge doppelt trifft. Bei großen Mengensprüngen steigen allerdings auch die Fixkosten, etwa durch eine zweite Maschine oder mehr Lagerfläche. Man spricht dann von sprungfixen Kosten.
Stückkosten und Preis
Bei einem Verkaufspreis von 24 € netto verdient die Rösterei bei 10.000 Packungen 4 € je Packung. Bei 5.000 Packungen verliert sie 8 € je Packung. Wo genau die Grenze liegt, zeigt der Break-even-Point: Fixkosten ÷ (Preis − variable Stückkosten) = 120.000 ÷ 16 = 7.500 Packungen.
Für Preisentscheidungen im Einzelfall sind die Stückkosten zu Vollkosten aber nur ein Teil des Bildes. Ein Zusatzauftrag zu 15 € je Packung wäre nach Vollkosten ein Verlustgeschäft, bringt aber 7 € Deckungsbeitrag je Packung, solange die Fixkosten ohnehin anfallen.
Weitere Begriffe rund um Stückkosten
- Grenzkosten: die Kosten einer zusätzlichen Einheit. Bei linearem Kostenverlauf entsprechen sie den variablen Stückkosten.
- Herstellkosten je Stück: nur die Kosten der Produktion, ohne Verwaltung und Vertrieb. Siehe Herstellkosten berechnen.
- Selbstkosten je Stück: alle Kosten bis zum Verkauf, ermittelt über die Divisionskalkulation oder die Zuschlagskalkulation.
Praxistipp
Rechnen Sie Ihre Stückkosten für die Menge, die Sie realistisch erwarten, nicht für die Kapazitätsgrenze. Wer mit Vollauslastung kalkuliert, setzt seine Preise zu niedrig an, sobald das Geschäft einmal schwächer läuft.



