Die Handelsspanne gibt an, welcher Anteil des Verkaufspreises nach Abzug des Einstandspreises übrig bleibt. Sie ist die wichtigste Kennzahl für die Preisgestaltung im Handel und wird oft mit dem Kalkulationszuschlag verwechselt.
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Handelsspanne berechnen: die Formel
Handelsspanne in Prozent = (Verkaufspreis − Einstandspreis) ÷ Verkaufspreis × 100
Beide Preise werden netto, also ohne Umsatzsteuer, angesetzt. Der Einstandspreis ist der Bezugspreis: Listeneinkaufspreis abzüglich Rabatt und Skonto, zuzüglich Bezugskosten wie Fracht.
Beispiel
Ein Fahrradhändler kauft einen Helm für 60 € netto ein und verkauft ihn für 100 € netto.
Handelsspanne = (100 − 60) ÷ 100 × 100 = 40 %
Von jedem Euro Verkaufspreis bleiben 40 Cent für Personal, Miete, Werbung und Gewinn.
Handelsspanne und Kalkulationszuschlag
Der Kalkulationszuschlag bezieht denselben Betrag auf den Einkaufspreis statt auf den Verkaufspreis:
Kalkulationszuschlag = (Verkaufspreis − Einstandspreis) ÷ Einstandspreis × 100
Im Beispiel sind das 40 ÷ 60 × 100 = 66,7 %. Der Unterschied ist wichtig: Wer intern mit „40 % Aufschlag“ kalkuliert, erreicht nur eine Spanne von 28,6 %. Die beiden Werte lassen sich umrechnen:
Handelsspanne = Zuschlag ÷ (100 + Zuschlag) × 100
Zuschlag = Handelsspanne ÷ (100 − Handelsspanne) × 100
| Kalkulationszuschlag | Handelsspanne |
|---|---|
| 25 % | 20,0 % |
| 50 % | 33,3 % |
| 66,7 % | 40,0 % |
| 100 % | 50,0 % |
| 150 % | 60,0 % |
Den Faktor, mit dem Sie den Einstandspreis multiplizieren, finden Sie im Beitrag Kalkulationsfaktor berechnen.
Die Handelskalkulation im Überblick
Im Handel führt ein festes Schema vom Listeneinkaufspreis zum Verkaufspreis:
- Listeneinkaufspreis − Lieferantenrabatt = Zieleinkaufspreis
- − Lieferantenskonto = Bareinkaufspreis
- + Bezugskosten = Einstandspreis
- + Handlungskosten (Gemeinkosten) = Selbstkosten
- + Gewinnzuschlag = Barverkaufspreis
- + Kundenskonto und Kundenrabatt = Listenverkaufspreis (netto)
Die Handelsspanne fasst die Schritte 4 bis 6 in einer Zahl zusammen.
Welche Handelsspanne ist üblich?
Die Spannen unterscheiden sich stark: Im Lebensmittelhandel und bei Elektronik sind sie wegen des Preisdrucks eher niedrig, bei Mode, Schmuck oder Brillen deutlich höher. Entscheidend ist, ob die Spanne Ihre Handlungskosten deckt. Liegen Ihre Personal-, Miet- und sonstigen Kosten bei 30 % vom Umsatz, bleibt bei 40 % Spanne vor Steuern ein Gewinn von etwa 10 %.
Praxistipp
Legen Sie für jede Warengruppe eine Mindestspanne fest und lassen Sie Ihr Kassensystem warnen, wenn ein Artikel darunter verkauft wird. So fallen zu großzügige Rabatte sofort auf.



