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Rohgewinn und Rohertrag berechnen: Formel, Unterschied und Rechner

RedaktionAktualisiert am
Kunden wählen Stühle in einem Möbelgeschäft aus

Der Rohgewinn zeigt, was nach Abzug der Warenkosten vom Umsatz übrig bleibt. Aus diesem Betrag müssen Miete, Personal und alle anderen Kosten bezahlt werden, bevor ein echter Gewinn entsteht. Im Handel ist er deshalb die erste Kennzahl, auf die Inhaber schauen.

Rechner

Alle Beträge netto. Die Berechnung erfolgt direkt in Ihrem Browser, es werden keine Daten gespeichert.

Rohgewinn berechnen: die Formel

Rohgewinn = Nettoumsatz − Wareneinsatz

Den Wareneinsatz ermitteln Sie aus Anfangsbestand, Einkäufen und Endbestand. Wie das genau geht, zeigt der Beitrag Wareneinsatz berechnen.

Beispiel

Ein Möbelhändler erzielt 800.000 € Nettoumsatz. Der Wareneinsatz beträgt 480.000 €.

Rohgewinn = 800.000 − 480.000 = 320.000 €

Davon zahlt er Miete, Gehälter, Marketing und Zinsen. Erst was danach übrig bleibt, ist Gewinn.

Rohgewinn und Rohertrag: der Unterschied

Im Alltag werden beide Begriffe oft gleich verwendet. Genau genommen gibt es einen Unterschied:

  • Rohgewinn ist der Begriff aus dem Handel: Umsatz minus Wareneinsatz.
  • Rohertrag wird auch für produzierende Betriebe verwendet. Dort zählen zusätzlich Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und aktivierte Eigenleistungen. Abgezogen wird der gesamte Materialaufwand.

Rohertrag = Umsatz ± Bestandsveränderungen + aktivierte Eigenleistungen − Materialaufwand

Kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften dürfen diese Posten in der veröffentlichten Gewinn- und Verlustrechnung zum „Rohergebnis“ zusammenfassen (§ 276 HGB). Deshalb sehen Sie in vielen Jahresabschlüssen nur diese eine Zeile.

Rohgewinnsatz und Rohgewinnaufschlagsatz

Zwei Prozentwerte machen den Rohgewinn vergleichbar. Sie werden leicht verwechselt:

Rohgewinnsatz = Rohgewinn ÷ Umsatz × 100
Rohgewinnaufschlagsatz = Rohgewinn ÷ Wareneinsatz × 100

Im Beispiel liegt der Rohgewinnsatz bei 320.000 ÷ 800.000 × 100 = 40 % und der Rohgewinnaufschlagsatz bei 320.000 ÷ 480.000 × 100 = 66,7 %. Der Rohgewinnsatz entspricht der Handelsspanne, der Aufschlagsatz dem Kalkulationszuschlag.

Der Rohgewinnaufschlagsatz spielt auch bei Betriebsprüfungen eine Rolle. Die Finanzverwaltung veröffentlicht in ihrer Richtsatzsammlung Spannen für viele Branchen. Weicht ein Betrieb deutlich davon ab, fragen Prüfer häufig nach.

Rohgewinn steigern

  • Preise: Kleine Preisanpassungen wirken voll auf den Rohgewinn, weil der Wareneinsatz gleich bleibt.
  • Einkauf: bessere Konditionen, Skonto und gebündelte Bestellungen senken den Wareneinsatz.
  • Sortiment: Artikel mit hohem Rohgewinnsatz sichtbarer platzieren und aktiv anbieten.
  • Rabatte: Rabattaktionen gezielt einsetzen. Ein Rabatt von 10 % kostet bei 40 % Rohgewinnsatz ein Viertel des Rohgewinns.

Praxistipp

Werten Sie den Rohgewinnsatz je Warengruppe aus. Oft zeigt sich, dass ein umsatzstarkes Sortiment kaum Rohgewinn bringt, während eine kleine Nebenwarengruppe die Miete bezahlt.

Redaktion Unternehmen Wachstum

Wir erklären betriebswirtschaftliche Themen für Inhaber und Führungskräfte kleiner und mittlerer Unternehmen – mit Rechenbeispielen aus Handwerk, Handel und Dienstleistung. Beiträge werden regelmäßig überprüft. Hinweise auf Fehler oder Themenwünsche nehmen wir gern über die Kontaktseite entgegen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung.

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